Die Folgen der Finanzkrise für Regulierung und Eigenkapital
Veranstaltung am 3. November 2010
Evolution oder Revolution in der Versicherungsbranche?
„Mehr Sicherheit wagen!“
titelte das Handelsblatt am 14.09.2010, nachdem für den Bankenbereich die Basel-III-Regeln bekannt wurden. Der Bankensektor gilt als Ursprung der teils überwundenen, teils noch bestehenden Finanzkrise. Nach einer Vielzahl von großen und kleinen Bankenpleiten
bzw. -übernahmen im In- und Ausland, großen staatlich finanzierten Rettungsaktionen, erneut sprudelnden Gewinnen und einer neuen Regulierung scheint der Sektor im Eilschritt durch die Krise zu gehen.
In Öffentlichkeit und Politik werden Versicherungen und Banken oft pauschal als Finanzdienstleister zusammengefasst. Dabei zeigt auch die Finanzkrise, dass sich die jeweiligen Geschäftsmodelle grundlegend unterscheiden. Für die Versicherungswirtschaft sind die direkten Folgen der Finanzkrise eher gering. Einzig der Fall AIG in den USA hat für einiges Aufsehen gesorgt, Allianz und Dresdner Bank stehen stellvertretend für das gegebenenfalls temporäre Scheitern des Allfinanzkonzeptes. Staatliche Hilfen wurden nur vereinzelt in Anspruch genommen.
Die indirekten Folgen der Wirtschaftskrise hingegen machen den Versicherern mehr zu schaffen. Eine anhaltende Niedrigzinsphase und die Probleme einzelner Staaten bereiten vor allem in der Lebens- und Rentenversicherung Probleme. Die Umsetzung der europäischen Aufsichtsreform Solvency II ab 2013 wird voraussichtlich auch für die Versicherer eine erhöhte Eigenkapitalunterlegung der eingegangenen Risiken fordern.
Welche Lehren ziehen Versicherungsunternehmen, Aufsicht und Politik aus der Krise? Welche Folgen haben die erhöhten Eigenkapitalanforderungen? Welche Instrumente können helfen, diese Anforderungen zukünftig zu erfüllen? Welche Entwicklung wird die anhaltende
Schuldenkrise der Staaten nehmen?
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